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17. März 2020 | 16:16 Uhr
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Ruf der Touristik nach Gutschein-Lösungen wird lauter

Nach dem DRV fordern nun auch der Europäische Reiseveranstalter- und Reisebüroverband ECTAA und der Reisebüroverband VUSR eine Flexibilisierung der Regeln für die Rückerstattung von Kundengeldern bei abgesagten Reisen.

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Kanada Alberta Writing-on-Stone Provincial Park Foto Michael Matt

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Die aktuelle Rechtslage in Deutschland ist eindeutig: Müssen Veranstalter Reisen aufgrund von Reisebeschränkungen der Zielgebiete oder wegen einer Reisewarnung des Auswärtigen Amtes absagen, haben die Kunden bei Pauschalreisen Anspruch auf die Rückerstattung aller angezahlten Beträge. Beide Voraussetzungen liegen derzeit vor. Alles, was Veranstalter tun können, ist, Kunden dazu zu motivieren, anstelle einer Rückzahlung Gutscheine auf künftige Reisen zu akzeptieren. Das funktioniert in der Regel über Preisnachlässe.

Dies bringt Reiseveranstalter und Reisebüros derzeit in eine schwierige Lage. Ihnen fehlen die Einnahmen aus Buchungen und zugleich müssen sie Kunden für Reisen die im Zuge der Corona-Krise ausfallen, ihre angezahlten Beträge zurückerstatten. ECTAA-Pawel Niewiadomski appelliert an die Regierungen in der EU, angesichts der Krise die Weichen dafür zu stellen, dass Veranstalter und Reisebüros mit Eigenveranstaltung anstelle von Rückzahlungen auch Voucher für künftige Reisen ausgeben dürfen sollten, um deren Liquidität zu sichern. Kunden hätten "nichts zu gewinnen, wenn Reiseunternehmen in die Pleite schliddern und es kein Geld zur Erstattung ihrer Anzahlungen gibt".

"Kollaps der gesamten Branche verhindern"

Ähnlich argumentiert VUSR-Chefin Marija Linnhoff. Sie fordert, Deutschland solle sich am Vorbild Italiens orientieren. Dort sei von der Regierung ein Dekret verabschiedet worden, das es Reiseveranstaltern erlaube, an Kunden Gutscheine für stornierte Reisen auszugeben. "Wir gehen davon aus, dass auch die deutsche Bundesregierung zur monetären Stabilisierung der deutschen Reiseveranstalter diesem Beispiel folgt, denn es gilt einen Kollaps der gesamten Branche zu verhindern", so Linnhoff.

Ähnliche Gedankenspiele hatten auch Veranstalter und der DRV in den vergangenen Tagen ins Spiel gebracht. Deutlich wird das Bemühen, Rückerstattungen zu entgehen, etwa an den Informationen des Clubanbieters Aldiana. Dieser bietet Kunden, die sich anstelle einer abgesagten Reise für einen neuen Aufenthalt in der Sommersaison entscheiden, einen 20-prozentigen Preisnachlass. Außerdem heißt es: "Zu der Frage der Rücktrittsgebühren und wie wir mit dieser Situation rechtlich und finanziell umgehen, ist noch eine weitere Klärung erforderlich. Der DRV ist hierzu im Dialog mit der Bundesregierung."

Christian Schmicke

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