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24. September 2019 | 07:00 Uhr
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Thomas-Cook-Pleite Tag 1: der Überblick für Reiseprofis

140.000 betroffene Reisende in den Zielgebieten, 21.000, die allein am Montag und Dienstag ihre gebuchte Reise nicht antreten können, verunsicherte Kunden, die die Reisebüros auf eine Geduldsprobe stellen – die Cook-Insolvenz zieht weite Kreise. Vieles hängt nun davon ab, was aus Condor wird. Ein Überblick.

Thomas Cook Reisebüro Glasgow

Reisebüro in Glasgow: In Großbritannien ist für Thomas Cook definitiv alles aus

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"Leider können Kunden mit Abreisetermin 23. oder 24. September ihre Reise nicht antreten, da sie weder von Airline noch Hotel als Gast akzeptiert werden. Jeglicher Verkauf von Reisen ist gestoppt. Wir loten derzeit letzte Optionen aus. Sollten diese scheitern, sehen wir uns gezwungen, für die Thomas Cook GmbH, Thomas Cook Touristik GmbH und Bucher Reisen & Öger Tours GmbH und möglicherweise auch weiterer Gesellschaften Insolvenzantrag zu stellen. Wir werden Gäste mit Abreisen am 23. und 24. September baldmöglichst kontaktieren. Bitte sehen Sie davon ab, selbst in unseren Callcentern anzurufen." So war auch am Montagabend noch der aktuelle Stand – die Information ist momentan das einzige, was auf der Website der deutschen Filiale von Thomas Cook zu lesen ist.

Condor fliegt vorerst weiter

Während die britische Fluggesellschaft des Konzerns gegroundet ist, erhält Condor den Flugbetrieb vorerst aufrecht. Die Airline hat bei der Bundesregierung einen Überbrückungskredit in Höhe von 200 Millionen Euro beantragt. Die Landesregierung Hessens, wo Condors Hauptsitz liegt, erklärte am Montag, sie sei "grundsätzlich offen, Condor bei der Überbrückung der aktuellen Krise zusammen mit dem Bund behilflich zu sein, etwa durch eine ergänzende Landesbürgschaft". Das Anliegen werde geprüft. Kunden, die ihre Reise über Thomas Cook gebucht haben, darf Condor seit Montag nicht mehr befördern, weil Cook die Leistung im Zielgebiet nicht mehr garantieren kann.

Wie es mit der Fluggesellschaft weitergeht, ist unklar. Die Airline pochte stets darauf, dass sie profitabel sei. Allerdings besteht bei den Flugzeugen Investitionsbedarf. Zudem fliegen die Condor-Maschinen aktuell zumindest bei der Reise in die Zielgebiete halbleer, weil die Gäste von Thomas Cook fehlen.

Lage der Kunden in den Zielgebieten

Bereits am Sonntag kamen erste Meldungen, nach denen tunesische Hoteliers Kunden von Thomas Cook nachkassieren wollten. Da viele Hotels das Geld vom Veranstalter erst eine Weile nach der Rückkehr der Gäste erhalten, haben sie mit dem Konzern noch zahlreiche Rechnungen für die laufende Sommersaison offen. Kunden vor Ort müssen damit rechnen, dass sie sich das Geld von ihnen holen wollen. Allerdings haben große Hotelketten, darunter die spanische Kette Meliá, bereits erklärt, dass sie nicht zu solchen Mitteln greifen wollten. Der Rücktransport von Kunden,  die eine Pauschalreise gebucht haben, ist grundsätzlich abgesichert – unabhängig davon, ob Condor weiterfliegen kann oder nicht.

Absicherung der Kundengelder

Im Fall von Thomas Cook sind die Kundengelder unter anderem über Swiss Re abgesichert. Die Versicherung muss es ermöglichen, dass eine begonnene Reise bis zum Ende durchgeführt werden kann. Entgangene Teilleistungen werden erstattet, für nicht begonnene Reisen werden die bereits geleisteten Anzahlungen zurückgezahlt. Allerdings ist die maximale Summe für diese Zahlungen von Gesetzgeber bei maximal 110 Millionen Euro pro Jahr gedeckelt. Reicht der Betrag nicht aus, was derzeit noch unklar ist, sollen Kunden ihre Zahlungen nur anteilig ausgezahlt bekommen.

Informationen für Reisebüros

Ketten und Kooperationen arbeiten intensiv an Informationen für ihre Mitgliedern, allerdings sind aktuell noch viele Dinge unklar. Der Kooperationsverbund QTA hat eine Fragensammlung zur Thomas-Cook-Insolvenz und den Auswirkungen auf Kunden und Reisebüros zusammengestellt. Diese FAQ sind unter https://faqtoc.qta.biz aufrufbar.

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