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16. September 2019 | 07:00 Uhr
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TUI hält trotz Kritik am Ende der Flughafenstationen fest

Reisebüros protestierten und mehr als 2.800 Menschen beteiligen sich an einer Petition im Internet gegen den TUI-Rückzug von deutschen Airports, doch TUI-Vertriebsgeschäftsführer Hubert Kluske (Foto) bleibt dabei: Anfang nächsten Jahres machen die 18 Flughafenstationen dicht.

Kluske Hubert CCO TUI Deutschland

TUI-Vertriebsgeschäftsführer Hubert Kluske schließt die Flughafenstationen trotz Kritik.

"Wir haben bei einem emotionalen Thema wie diesem mit kritischen Reaktionen gerechnet. Und wir können die Emotionen verstehen", sagt TUI-Vertriebsgeschäftsführer Hubert Kluske auf Anfrage von Reise vor9. Er betont, die Entscheidung sei keine Kritik an der Arbeit der Airport-Teams. "Wir sehen vielmehr, dass sich die Bedürfnisse der Kunden und die Nutzung digitaler Services in den letzten zehn Jahren stark verändert haben." Viele Abläufe, die früher erst am Flughafen erledigt worden seien, erledigten die Kunden heute schon vor der Reise von zu Hause aus.

"Auch Beratung und Verkauf von Last-Minute- und Aktionsangeboten finden heute ganzjährig in Reisebüros und online statt", sagt Kluske und stellt klar: "Daher halten wir an unserer Entscheidung fest, die dezentrale Betreuung der Gäste vor Ort am Flughafen durch digitale und telefonische Dienstleistungen zu ersetzen." Den 130 Mitarbeitern sollen, wenn möglich, andere Aufgaben zugeteilt werden.

Reisebüros, Mitarbeiter und Kunden hatten gleich nach der Bekanntgabe der Schließungsabsicht Kritik geäußert und eine Online-Petition für den Erhalt der Flughafenstationen gestartet. Zwar kamen seither nicht die angepeilten 5.000 Unterzeichner zusammen. Aber immerhin fordern mehr als 2.800 TUI auf, "die Entscheidung über die Schließung der Flughafenstationen zurückzunehmen, da sie unserer Meinung nach unverzichtbar sind".

Die Unterzeichner gaben viele Kommentare zum Besten. "Wenn man als Gast Probleme bekommt, möchte man jemanden haben, an den man sich persönlich wenden kann", heißt es etwa. "Bei Unregelmäßigkeiten möchte man nicht mit einem Callcenter telefonieren", meint ein anderer. Ein Reisebüro zeigt sich enttäuscht: "Vor dem Urlaub betreut durch uns, am Flughafen betreut durch den Flughafenservice – und den haben wir oft gebraucht – bei Flugausfällen, Überbuchungen oder Verspätungen der Kunden." Einer bringt es so auf den Punkt: "Ohne Menschen kein Smile :-("