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7. März 2022 | 15:39 Uhr
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TUI schließt Treibstoffzuschläge für gebuchte Reisen aus

Seit Anfang Dezember ist der Ölpreis um 60 Prozent gestiegen. Das bleibe nicht ohne Auswirkungen auf die Reisepreise, räumt TUI-Deutschland-Chef Stefan Baumert (Foto) ein und rechnet mit weniger Last-Minute-Schnäppchen im Sommer. Nachträglich Treibstoffzuschläge für bereits gebuchte Reisen werde es bei TUI nicht geben.

Baumert Stefan

Stefan Baumert rechnet wegen steigender Ölpreise mit weniger Last-Minute-Schnäppchen, schließt aber Treibstoffzuschläge für bestehende Buchungen aus

Kommen die Treibstoffzuschläge zurück? Nein, sagt Baumert zumindest für bestehende Buchungen, "das kann ich ausschließen". Er hält es zudem für unwahrscheinlich, dass separat ausgewiesene Zuschläge eingeführt würden. Eventuelle Preiserhöhungen durch explodierende Ölpreise würden eher die tagesaktuellen Preise nach oben treiben und dazu führen, dass es im Sommer weniger Schnäppchen-Angebote geben werde. Die Auswirkungen der Inflation insgesamt auf den kommenden Sommer hält Baumert aber für überschaubar. "Die Verträge für diese Jahr sind gemacht." Zudem würden viele Airlines ihren Kerosinpreis absichern.

Die Reiselust ist ungebrochen

Auch nach Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine glaubt Baumert an eine Erholung in der Touristik in diesem Jahr. "Wir sehen immer noch einen hohen Nachholbedarf bei Reisen." Aktuell deute vieles darauf hin, dass das Sommergeschäft sogar an das Vor-Pandemie-Niveau herankomme, sagt Baumert. In den Ferienmonaten im Juli und August sei es wahrscheinlich, dass die Flieger auf vielen Strecken im Mittelmeerraum und auf die Kanaren schnell ausgebucht sein könnten.

"Mittelmeerdestinationen wie Mallorca, die türkische Riviera und die griechischen Inseln sind die Top-Favoriten", berichtet der TUI-Deutschland-Chef. Besonders für Griechenland hegt Baumert große Hoffnung. Hier hat sich TUI drei Millionen Gäste vorgenommen, 200.000 mehr als vor der Pandemie. Wegen der guten Nachfrage werde der Saisonstart vorgezogen. Tuifly starte jetzt bereits Anfang April nach Kreta, Rhodos und Kos, insgsamt 62 zusätzliche Griechenlad-Flüge.

Auf der Fernstrecke stünden die USA wieder ganz oben. Auf Platz zwei hätten die Malediven bei TUI die Dominikanische Republik überholt. Eng werde es an der deutsche Ostseeküste, aber auch in anderen Autoreisezielen wie Österreich und Kroatien. Überall seien Mietwagen und Camper knapp, was mit Lieferschwierigkeiten der Autoindustrie zu tun habe. Daher rät Baumert zum frühen Buchen.

Mehr Reiseleiter im Einsatz

TUI will für die Kunden in den Zielgebieten präsenter sein. Deshalb sollen in diesem Sommer 250 Reiseleiter mehr zum Einsatz kommen als vor der Pandemie, sagt Marketing-Geschäftsführer Hubert Kluske. "Wir sehen, dass unsere Reisenden es besonders schätzen, einen persönlichen Ansprechpartner im Urlaub zu haben. Sicherheit spielt heute eine größere Rolle als vor zwei Jahren", weiß Kluske. TUI setzt beim Gästeservice auf drei Kanäle. Neben den Reiseleistern würden auch die Callcenter aufgestockt und seien 24/7 erreichbar. Zudem biete TUI mit der eigenen App einen digitalen Service, etwa um Transferzeiten abzurufen.

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