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11. Mai 2020 | 15:21 Uhr
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TUI und Riu legen Konzepte zum Hotel-Neustart vor

Schulungen für die Mitarbeiter, intensive Desinfektions- und Reinigungsmaßnahmen in Zimmer und öffentlichen Bereichen, Sicherheitsbstände und weniger Besucher in den Restaurants sehen die Konzepte der beiden eng verflochtenen Unternehmen vor. Während TUI weniger Selbstbedienung vorsieht, will Riu Buffets in der Gastronomie beibehalten.

Riu Palmeras

Sämtliche Hotels von TUI und Riu, wie hier das Riu Palmeras auf Gran Canaria, müssen ihren Betrieb neu ausrichten

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TUI hat einen Zehn-Punkte-Plan zur Wiedereröffnung der Urlaubshotels erarbeitet. Er umfasst neben Organisation, Kapazitätsplanung und Hygienemaßnahmen intensive Schulungen der Mitarbeiter vor Ort. Die neuen Standards sollen nicht nur bei den eigenen Hotelmarken wie TUI Blue, Robinson oder TUI Magic Life eingeführt, sondern auch den Joint-Venture-Partner und Vertragshoteliers des Konzerns zur Verfügung gestellt werden.

Die Punkte des Plans im Einzelnen:

Online Check-in: Urlauber können in vielen Hotels über die Website des Hotels oder über ihr Smartphone online einchecken. Der Check-in soll dadurch weitestgehend kontaktlos erfolgen.

Abstandsregel: Alle Mitarbeiter sollen in den öffentlichen Bereichen, wie den Restaurants, auf Korridoren oder in Fitness-Räumen einen Abstand von 1,5 bis zwei Metern untereinander und zu den Gästen einhalten. So würden zum Beispiel Tische im Restaurant nur dann gesäubert, wenn der Gast sich nicht am Tisch aufhalte, erklärt TUI. Die Mitarbeiter der Hotels sollen in festen Teams zusammenarbeiten, um mögliche Infektionsketten rekonstruieren zu können.

Restaurant: Die Kapazitäten in den Hotel-Restaurants werden laut dem Konzern deutlich reduziert. Tische werden mit einem Mindestabstand von 1.5 Metern aufgestellt und dadurch die Anzahl von Gästen im Restaurant begrenzt.

Ausweitung von Öffnungszeiten: Um allen Gästen ausreichend Raum zu bieten, ist geplant, die Öffnungszeiten der Restaurants und anderer Hotelangebote auszuweiten.

Entertainment und Aktivitäten: Es werden nur Events, Sportarten und Entertainment-Angebote mit geringer Teilnehmerzahl und ohne engeren Kontakt durchgeführt. Golf oder Tennis beispielsweise könne künftig stattfinden, ein Fußballturnier dagegen nicht, erläutert TUI. Das Spa-Angebot wird angepasst und die Kinderbetreuung nach neuen Standards gemäß den Vorgaben der Destinationen sowie der Herkunftsländer ausgerichtet.

Mehr Desinfektionsspender: Die Anzahl der Desinfektionsspender im Hotel wird deutlich erhöht, so dass Gäste und Mitarbeiter an allen wichtigen Kontaktpunkten ihre Hände desinfizieren können. Dazu gehören zum Beispiel alle Orte, an den Speisen und Getränke angeboten werden, Sporteinrichtungen sowie der Lobby-Bereich.

Zimmerreinigung: Alle Zimmer werden vor der Ankunft neuer Gäste mit speziellen Reinigungsmitteln gesäubert, die auch potentielle Covid-19-Viren beseitigen. Besonderes Augenmerk wird nach Angaben des Konzerns bei der Reinigung auf Flächen im Bad, die Nachttische oder Geräte des täglichen Bedarfs wie die Fernbedienung des TV-Geräts gelegt.

Mehr Service, weniger Selbstbedienung: Speisen und Getränke würden „wo immer möglich“ den Gästen von Mitarbeitern serviert, kündigt TUI an. Diese sollen dabei Schutzmasken tragen. Selbstbedienungsangebote wie Buffets würden „weniger eingesetzt“, heißt es.

Riu begrenzt Kapazität und setzt weiter auf Buffets

Während TUI bei der Planung für die Widerinbetriebnahme der Hotellerie mit dem Hygiene- und Sicherheitsberatungsunternehmen Cristal International Standards zusammenarbeitet, setzt Hotelpartner Riu auf die Unterstützung der Preverisk Group, einer internationalen Unternehmensberatung, die sich auf Audit, Beratung sowie die Ausbildung im Bereich Gesundheit und Sicherheit in der Tourismusbranche spezialisiert hat.

Insgesamt 17 Protokolle erläutern im Detail die neuen Maßnahmen, die zum Beispiel die Begrenzung der Hotelbelegung auf maximal 50 bis 60 Prozent umfasst. Außerdem sind, wie bei TUI, die Einführung des Web Check-ins, der Aufbau von Trennwänden an den Rezeptionen, die Einhaltung der Sicherheitsabstände und der Gebrauch von persönlichen Schutzausrüstungen (PSA) unter den Mitarbeitern.

Check-in: Der Check-out wird bei Riu auf 11 Uhr vorverlegt, während der Check-in auf 16 Uhr verschoben wird, um die neuen Reinigungsmaßnahmen der Zimmer erfüllen zu können. Die Informationsbildschirme in den Lobbys sollen zunächst nicht mehr interaktiv sein, um die Informationen im Rundlauf anzubieten.
 
Zimmer: In den Zimmern werden sämtliche nicht grundlegende Elemente entfernt, wie Kaffeemaschinen, Zeitschriften, Broschüren oder Wäschebeutel, die Amenities werden auf das Wesentliche reduziert und ein Spender mit hydroalkoholischem Gel in jedem Zimmer aufgestellt.
 
„Desinfektionsteam“: Pro Hotel wird ein solches Team zusammengestellt, das auf die Reinigung von Zimmern spezialisiert ist, die von bestätigten oder verdächtigen Coronavirus-Fällen belegt sind. Sollten mögliche Kranke nicht in ein Gesundheitszentrum verlegt werden können, werde ein gesonderter Bereich mit strengen Zuweisungs- und Belegungsmaßnahmen der Zimmer sowie zur Reinigung eingerichtet, heißt es.

Speisesaal: Riu setzt sich nach eigener Aussage „stark dafür ein, die Buffets beizubehalten“, denn sie seien „ein kennzeichnendes Merkmal des Angebots“ und würden von den Gästen „sehr geschätzt“. Dazu sollen Sicherheitsmaßnahmen eingeführt, die sowohl von den Mitarbeitern als auch den Gästen eingehalten werden müssen. Es würden Turnusse zum Mittag- und Abendessen festgelegt, um die Kapazität der Restaurants zu reduzieren, kündigt die Hotelgruppe an. Zudem werde das Desinfizieren der Hände bei Eintritt obligatorisch. Jeder Gast müsse Handschuhe und Mundschutz tragen, um sich an den Buffets zu bedienen, die künftig über mehr Einzelportionen, mehr verpackte Produkte und mehr Show-Cooking verfügen sollen.

Die Temperaturkontrolle werde noch strenger sein, das Servierbesteck häufiger ausgetauscht und Maßnahmen zur Hygiene und Einhaltung der Abstände zu den Mitarbeitern eingeführt, heißt es von Riu. Die Tische werden in Zukunft mit Einweg-Tischdecken gedeckt, das Besteck liegt dann auf dem Tisch.

Pools: An den Pools will Riu die Plätze begrenzen, Sonnenliegen und -schirme weiter auseinander stellen und die Karte zum Austausch von nassen Handtüchern am Ende des Badetages abschaffen. Die Häufigkeit der Reinigung und Desinfizierung der Poolbereiche und der Whirlpools werde erhöht und „der gegenwärtigen Situation entsprechende Desinfektionsmittel für das Wasser verwendet“.

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