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23. September 2019 | 07:00 Uhr
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Wie Fritz Joussen TUI zum "Amazon des Reisens" machen will

Heute investiert der Konzern vor allem in Hotels und Schiffe, doch das könnte sich ändern, deutet der Konzernchef an. "Wenn wir mit unseren Plattformen so stark wachsen wie erhofft, hätte das natürlich Folgen für unsere Investitionen", sagt er.

Joussen Fritz

TUI-Chef Fritz Joussen will aus dem Konzern ein Plattformunternehmen machen

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Im Interview mit der "Hannoverschen Allgemeinen" erklärt Joussen, TUI werde "in fünf Jahren ein digitales Unternehmen" sein. Unter anderem werde der Konzern "den eigenen Hotels und anderen Hoteliers künftig eine Plattform anbieten, auf der sie ihre Kapazitäten viel individueller vermarkten können als bisher". So könnten Kunden darüber "ihr Wunschzimmer buchen, also beispielsweise Zimmer 401 oder Zimmer mit Seeblick bei Morgen- oder Abendsonne – nah am Pool oder am Kinderclub".

TUI habe die IT für das Unternehmen und seine Hotels gebaut und werde sie künftig für Dritte öffnen. Der Konzern unterstütze die Hoteliers dabei, "den maximalen Wert aus ihren Häusern herauszuholen", so Joussen gegenüber der "Hannoverschen Allgemeinen". Auch Kooperationen, bei denen die Hoteliers die Software oder die Marke von TUI nutzten, seien möglich.

Auch im Geschäft mit Ausflügen und Aktivitäten soll das Plattform-Modell ausgeweitet werden, sagt Joussen. Nach dem Kauf des italienischen Start-ups Musement biete TUI rund 150.000 Aktivitäten, Touren und Ausflüge weltweit an. Und es gebe "keinen Grund, nicht über die Zeit auf eine Million unterschiedliche Aktivitäten auf unserer Plattform zu kommen", glaubt der TUI-Chef. Je mehr Angebote eingestellt würden, desto individueller und attraktiver werde es für die Nutzer.

Das traditionelle Veranstaltergeschäft sei, anders als das Hotel- und Kreuzfahrtgeschäft, unter Druck, bestätigt Joussen, und ergänzt im Interview, ohne den Konkurrenten Thomas Cook explizit zu nennen: "Wir brauchen eine Bereinigung des Marktes." Vor allem die Überkapazitäten im Flugverkehr müssten abgebaut werden. Easyjet, Ryanair und auch Eurowings flögen in Deutschland hohe Verluste ein. Das könne sich "auf Dauer niemand leisten".

Das eigene Unternehmen sieht der TUI-Chef in diesem Prozess als Beobachter, der Chancen wahrnehmen werde, wenn sie wirtschaftlich vernünftig seien. "Unsere Airlines werden nicht zu einem Objekt anderer werden, denn wir haben heute die Stärke, eine Konsolidierung aktiv mitzugestalten", erklärt Joussen. Klar sei auch, dass der Konzern eine eigene Airline brauche.

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