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15. Mai 2019 | 12:30 Uhr Teilen
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Auch TUI warnt vor starkem Gewinneinbruch

Vor dem Hintergrund schwacher Halbjahreszahlen kündigt Konzernchef Fritz Joussen einen möglichen Gewinneinbruch um bis zu 26 Prozent an. Neben einer schwachen Nachfrage im Veranstaltergeschäft sei dafür auch der Ausfall der gegroundeten Boeing 737-Max-Flugzeuge verantwortlich.

TUI Hauptverwaltung

300 Millionen Euro Miese verbuchte TUI im ersten Halbjahr

TUI hat im ersten Halbjahr trotz eines kleinen Umsatzwachstums von 1,7 Prozent auf knapp 6,7 Milliarden Euro 300 Millionen Euro Verlust eingefahren. Das negative EBITA ist damit um gut 75 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum. Das größte Minus steuerte das Veranstaltergeschäft bei, das mit einem negativen Ergebnis von 497 Millionen Euro um rund 120 Millionen Euro schlechter abschnitt als 2017/18.

TUI-Chef Fritz Joussen erklärte dazu, die Zahlen der ersten sechs Monate seien "einseitig belastet durch deutliche Verschiebungen bei Reisetrends und Reisezielen". Überkapazitäten nach Spanien, insbesondere den Kanaren, und dadurch niedrigere Margen wirkten sich auf Umsatz und Ergebnis im ersten Halbjahr aus, während die "sehr positive" Buchungslage für die Türkei und das östliche Mittelmeer erst im zweiten Halbjahr zu sehen sein werde, da die Länder dieser Region im Wesentlichen Sommerziele seien. Zudem fehlten in den Zahlen bis Ende März diesmal die Umsätze aus dem Ostergeschäft. Und darüber hinaus habe TUI im Vorjahr durch den Verkauf einiger Riu-Hotels Einmalerträge kassiert, die in diesem Jahr wegfielen.

B-737-Max-Ausfall zeigt Wirkung

Auch erste Auswirkungen des seit März bestehenden Flugverbotes für die 737 Max zeigten sich im Berichtszeitraum, erläutert Joussen. Ob sich der Gewinn zum Ende des Geschäftsjahres, wie Ende März prognostiziert, um 17 oder doch um 26 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 1,18 Milliarden Euro reduziert, werde maßgeblich davon abhängen, ob die Flugzeuge dieses Typs wie bislang angenommen bis Mitte Juli wieder einsatzbereit seien oder ob man noch länger für Ersatzlösungen sorgen müsse. Bei einer späteren Einsatzfähigkeit könnten sich die daraus resultierenden Kosten auf bis zu 300 Millionen Euro belaufen.

Auf mittlere bis längere Sicht zeigt sich Joussen indes weiter optimistisch. "Die TUI ist wirtschaftlich gesund, strategisch und operativ stark. Mittel- und langfristig sind auch alle Wachstumsprognosen für die Industrie intakt", sagte er. Zugleich machte er deutlich, dass die Veranstalter und Airlines des Konzerns den Gürtel enger schnallen müssen. Denn dieses Segment sei volatiler, margenschwächer und anfälliger für externe Einflüsse als die Bereiche Hotellerie, Kreuzfahrt und Zielgebietsaktivitäten. "Bei den Reiseveranstaltern und Airlines standardisieren und harmonisieren wir stärker, die Landesgesellschaften stehen unter einheitlicher Führung und werden noch enger zusammenrücken. Einheitliche IT und eigene digitale Plattformen der TUI werden diese traditionellen Geschäfte weiter verändern, effizienter und profitabler werden lassen", kündigt der CEO an.

Christian Schmicke

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